Ergotherapie

Viele Schülerinnen und Schüler der Oberlinschule haben aufgrund angeborener oder erworbener Erkrankungen Schwierigkeiten im Ausführen, Planen oder Umsetzen von Handlungen und Aktivitäten in unterschiedlichsten Bereichen. Diese Kinder und Jugendlichen können nach Indikationsstellung durch ihre behandelnden Ärzte Ergotherapie gemäß Heilmittelverordnung erhalten.

Aktiv zu sein und sich zu betätigen ist ein menschliches Grundbedürfnis und Ausdruck des eigenen Selbst. Hier zeigt sich die individuelle Persönlichkeit eines Menschen. Die Zufriedenheit im Tun bildet in diesem Zusammenhang eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung und Bewältigung von Lebensaufgaben. In der Ergotherapie werden die Handlungskompetenzen in den Bereichen Selbstversorgung, Schule und Freizeit entwickelt, erweitert oder angepasst, um die Teilhabe und Selbstständigkeit im Alltag zu erleichtern.

Im Vordergrund der Therapie steht, dass die Schülerinnen und Schüler die Ausführungsqualität ihrer Aktivitäten verbessern und ihr Tätigkeitsspektrum erweitern und möglichst erhalten können. In diesem Zusammenhang wird der Eigeninitiative, die jemand braucht, um sich in eine Betätigung einzubringen, große Bedeutung beigemessen.

  • Ziele der Ergotherapie

    Verbesserung von Alltagstätigkeiten: Konkrete und lebenspraktische Alltagstätigkeiten der Schülerinnen und Schüler sollen mithilfe der Ergotherapie verbessert werden. Dazu gehören z. B.:

    • das Ankleiden
    • die Körperhygiene
    • das Spielen und Lernen
    • die Mobilität
    • der Werkzeuggebrauch beim Essen
    • das Schreiben und gestalterischen Aktivitäten – gegebenenfalls unter Verwendung von Alltagshilfen und individuellen Adaptionen

    Entwicklung und Verbesserung von Funktionen: Schülerinnen und Schüler mit eingeschränkter Feinmotorik und/ oder Auge-Hand-Koordination, mit Wahrnehmungsstörungen oder mangelnder Aufrichtung beim Sitzen sollen mittels Ergotherapie Funktionen entwickeln und verbessern, die Voraussetzung zum Lesen, Schreiben und Rechnen sind.

    Stärkung der Persönlichkeit: Mittels Ergotherapie ist es möglich, das Selbstbewusstsein von Schülerinnen und Schülern zu stärken, ihre Eigenwahrnehmung zu verbessern und Selbstständigkeit zu erhöhen.

    Stärkung emotionaler Fähigkeiten und sozialer Verhaltensweisen: Mithilfe der Ergotherapie können Schülerinnen und Schüler lernen, mit Frustration umzugehen und Freude über Geschafftes zu emfinden und zu äußern. Zudem üben sie hierbei, mit anderen Menschen konstruktiv zu kommunizieren und können ein positives Selbstbild entwickeln.

  • Konzepte der Ergotherapie

    Folgende Konzepte fließen u. a. in die Arbeit der Ergotherapie mit ein:

    • Affolter-Konzept (Geführte Interaktionstherapie)
    • Bobathkonzept
    • CO-OP (Kognitive Orientierung bei der Durchführung von Alltagsaktivitäten)
    • Kognitiv-therapeutische Übungen nach Perfetti
    • Pörnbacher® Therapiekonzept
    • Sensorische Integrationstherapie

Beratung durch Therapeuten-Team

Die Ergotherapeutinnen und -therapeuten arbeiten eng mit den Pädagogen, Krankenschwestern und anderen Therapeuten der jeweiligen Schülerin oder des jeweiligen Schülers zusammen. Sie hospitieren im Unterricht und beraten bei der Arbeitsplatz- und Arbeitsmittelgestaltung. Über die Therapieangebote hinaus bieten sie ausführliche Beratung und Anleitung der Bezugspersonen an. Sie beteiligen sich an der Erstellung der Förderpläne und nehmen an Klassenkonferenzen sowie schulischen Gremien teil.

Ihre Ansprechpartnerin

Dr. med. Ulrike Marzik

Leiterin Sozialpädiatrische Abteilung