Grundstufe in der Oberlinschule

Schülerinnen und Schüler werden individuell gefördert

In der Grundstufe lernen unsere Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf im körperlichen und motorischen Bereich sowie bei autistischem Verhalten. Zudem haben viele unserer Kinder zusätzliche Förderbedarfe. Die Lernvoraussetzungen jeder einzelnen Schülerin und jedes einzelnen Schülers sind sehr unterschiedlich. Deshalb sind auch die konkreten Bildungsziele von Kind zu Kind unterschiedlich und es werden – angepasst an die Kompetenzen und das Leistungsniveau – verschiedene Rahmenlehrpläne umgesetzt:

  • der Rahmenlehrplan der Klassen 1 bis 10, darin integriert der Rahmenlehrplan mit dem Förderschwerpunkt "Lernen" 
  • der Rahmenlehrplan mit dem Förderschwerpunkt "Geistige Entwicklung"

Eine Beschulung nach unterschiedlichen Rahmenlehrplänen ist innerhalb einer Klasse mitunter möglich. Je nach Bildungsgang, den Lern- und Arbeitsmöglichkeiten der Schülerinnen und Schüler und in Übereinstimmung mit therapeutischen Gesichtspunkten werden die Kinder mit Hilfe unterrichtsbezogener Differenzierungen in ihrer Lernentwicklung umfassend unterstützt. Grundlage für die individuelle Förderung im unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Handeln und für die speziellen sonderpädagogischen Angebote bilden die Förderpläne.

Ziele und Aufgaben der Grundstufe

  • Eingewöhnung und Zusammenarbeit mit den Eltern

    Mit dem Eintritt in die Grundstufe beginnt eine durch unsere pädagogischen Fachkräfte begleitete systematische und individuell gestaltete Eingewöhnung der Kinder an das schulische Leben und Arbeiten in der Oberlinschule. Bei diesem Prozess des Ankommens und Eingewöhnens wird auch die veränderte Situation für die Eltern berücksichtigt. Es soll eine enge und vertrauensvolle Lehrer-Eltern-Beziehung entstehen, die die Grundlage für eine intensive und produktive Zusammenarbeit während der gesamten Schulzeit der Kinder bildet.

  • Sensibilität und Aufbau von Selbstwertgefühl

    In einer Atmosphäre des Vertrauens, der Anerkennung und der Lebensfreude sollen unsere Schülerinnen und Schüler positive Lernerfahrungen machen und schulische Erfolgserlebnisse haben. Unabhängig vom jeweiligen Förderbereich sollen die Kinder darin unterstützt werden, ein positives Selbstwertgefühl aufzubauen, d. h. eine bejahende Einstellung zur eigenen Person mit den individuellen Stärken und Schwächen zu entwickeln bzw. anzunehmen.

  • Kompetenzen entwickeln

    Grundlegendes Ziel des Lernens und der pädagogischen Arbeit mit den Schülerinnen und Schüler aller Rahmenlehrpläne ist die Vermittlung von Handlungskompetenzen. Zudem unterstützen wir unsere Kinder beim Erwerb von: 

    • Sachkompetenz: bedeutet die Aneignung von Wissen durch Vermittlung der inhaltlichen Vorgaben der jeweiligen Rahmenlehrpläne
    • Methodenkompetenz: bedeutet die Entwicklung fachbezogener und fächerübergreifender Lernstrategien und Arbeitsweisen
    • personaler Kompetenz: die Entwicklung eines positiven Selbstwertgefühls, des Selbstvertrauens und Förderung des selbstständigen und selbstverantwortlichen Handelns entsprechend der jeweiligen Entwicklungsvoraussetzungen
    • sozialer Kompetenz: gemeinsames Lernen und Spielen, Teamfähigkeit entwickeln, gemeinsame Regeln des Zusammenlebens akzeptieren lernen
  • Schwerpunkt soziale Kompetenz

    Im Rahmen alltäglicher sozialer Interaktionen wie im Unterricht, in den Pausenzeiten oder in Essenssituationen sowie bei kontinuierlich stattfindenden besonderen Aktivitäten wie Ausflügen, Festen und kleineren, selbst vorbereiteten und vorgetragenen künstlerischen Darbietungen werden soziale Kompetenzen wie der aufmerksame und freundliche Umgang mit anderen Menschen, ein kooperatives Miteinander, gegenseitige Wertschätzung sowie das Einhalten grundlegender Regeln gefördert und ausgebaut. Es erfolgt eine Vermittlung von Wissen, Handlungsmustern und Strategien über sozial angemessene Handlungssituationen.

  • Lernen und arbeiten

    Sowohl durch lehrerzentrierte Formen des Unterrichtens als auch durch ein entdeckendes Lernen mit einem adäquaten Maß an Eigenaktivität erfolgt der kontinuierliche Aufbau einer Lern- und Arbeitshaltung. Grundsätzlich zielt die individuelle Förderung bei all unseren Schülerinnen und Schülern auf bestimmte Basiskompetenzen ab, z. B.

    • den Aufbau von Selbstständigkeit in der Selbstversorgung
    • die Orientierung im Lebensumfeld
    • die Entwicklung bzw. Erweiterung der Kommunikationsfähigkeit
    • den effektiven Gebrauch von Hilfsmitteln

    Speziell bei unseren Schülerinnen und Schülern mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt "Geistige Entwicklung" werden die Fördereinheiten möglichst ganzheitlich organisiert und mit den nötigen Strukturierungshilfen durchgeführt. Die Förderung in der Grundstufe orientiert sich schwerpunktmäßig an der konkreten Lebens- und Erfahrungswelt der Kinder. An Arbeitstechniken im Unterricht stehen z. B. das direkte Erfahren, Erproben, Erkunden, Anwenden, Üben und Gestalten im Vordergrund.

  • Individuelle Förderung

    Dabei steht immer eine individualisierende Sichtweise auf das Kind im Mittelpunkt. Die konkreten Förderplanungen werden im Hinblick auf die Ziele, Inhalte und Methoden auf den Entwicklungsstand abgestimmt. Unter Berücksichtigung aktueller und künftiger Bedürfnisse unserer Schülerinnen und Schüler orientieren sich die ausgewählten Unterrichts- und Förderinhalte an der Erfahrungs- und Erlebniswelt sowie am Lebensumfeld der Kinder.

Organisation des Unterrichts

  1. Kleine Lerngruppen: Unsere Kinder lernen in heterogen zusammengestellten Lerngruppen mit bis zu 8 Schülerinnen und Schülern. In diesen kleinen Lerngruppen besteht die Möglichkeit, Kinder, die nach dem Rahmenlehrplan für Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt "Geistige Entwicklung" unterrichtet werden, gemeinsam individuell zu fördern.
  2. Mehr Zeit zum Lernen: Aufgrund der unterschiedlichen Förderschwerpunkte und Entwicklungsverzögerungen wird in den ersten 3 Schuljahren das Lehrplanpensum der 1. und 2. Jahrgangsstufe der Grundschule sowie der Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt „Lernen“ von Schuljahren auf Unterrichtsjahre verteilt.

Konzeptionelle Schwerpunkte

  • Schulschwimmen

    Ab dem 2. Schuljahr nehmen unsere Schülerinnen und Schüler der Grundstufe wöchentlich oder im 14-tägigen Rhythmus am Schulschwimmen teil. Dabei stehen die Freude an der Bewegung im Wasser, die Wassergewöhnung, der Abbau von Unsicherheiten sowie die Stärkung des Selbstbewusstseins durch die Bewegungserfahrungen im Wasser im Vordergrund.

  • Unterstützung der Kommunikation mit Hilfe von Wortzeichen

    Der Einsatz von Gebärden-unterstützter Kommunikation (GuK) ist für alle Klassen verbindlich. Die Auswahl der Wörter erfolgt nach dem Entwicklungsstand der Kinder und in Abhängigkeit von der Bedeutung, die sie für unsere Schülerinnen und Schüler haben.

  • Unterstützung des Schriftspracherwerbs mit Hilfe von Lautzeichen

    Beim Erlernen des Lesens in den Klassen der Grundstufe kommt das an vielen Förderschulen bewährte Lautgebärdensystem des Kieler Leseaufbaus zum Einsatz.

  • Musikalische Angebote zur Entwicklungsförderung

    Folgende Musikbereiche werden im Grundstufenbereich entsprechend abgestimmter Förderkriterien angeboten:

    • Musikpädagogik
    • Musikerziehung
    • aktive und regulative Einzel- und Gruppenmusiktherapie
    • Rhythmik
    • gemeinsames Musizieren in der Gruppe
    • Musikhören und -fühlen
    • Bewegung und Tanz
    • Musik spielen und singen

    Spezifisch für die Musiktherapie ist dabei die Einzelförderung, während im Musikunterricht die Förderung im Klassenverband im Vordergrund steht.

  • Musikalische Projekte

    In die geplanten Projekttage der Grundstufe (z. B. Jahreszeiten, Fasching, Lichterfest) werden regelmäßig auch themenorientierte musikalische Aktivitäten unserer Schülerinnen und Schüler einbezogen. Mit Beginn eines jeden Schuljahres werden eigenständige Projekte, z. B. die gemeinsame Aufführung eines musikalischen Märchens, erarbeitet, die als jahrgangsübergreifendes Angebot von den Kindern ganz nach ihren individuellen Fähigkeiten vorbereitet und gestaltet werden.

Gemeinschaftliche Aktivitäten

Wir bieten unseren Schülerinnen und Schülern der Grundstufe Konzert- und Theater-Besuche, z. B. im Nikolaisaal oder in den Räumlichkeiten der Oberlinschule. Regelmäßige Wandertage, Unterrichtsgänge bzw. unterrichtsthematische Höhepunkte (wie z. B. ein Buchstabenfest) und Exkursionen runden die jahreszeitliche Planung ab. In einem Zweijahresturnus finden gemeinschaftliche Klassenfahrten des gesamten Grundstufenbereiches statt (Mai oder Juni).

Ihr Ansprechpartnerin

Juliane Eisinger

Leiterin Grundstufe