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Wim Wenders und Volker Schlöndorff hielten Oberlinrede

In der Oberlinkirche sprachen die beiden Filmemacher über ihre Gedanken, ihre Erfahrungen und Haltungen zu Gott, Glauben und Gebet. Sie gaben dabei einen tiefen Einblick in Biografisches und Lebensprägendes und erzählten auch von ihren Erfahrungen mit dem Tod und dem Abschiednehmen.

Zunächst trat Volker Schlöndorff – Babelsberger und langjähriges Mitglied im Beirat unserer Oberlinstiftung – hinters Rednerpult. In bewegenden Worten berichtete er vom frühen Verlust seiner Mutter. „Hätte ich meine Mutter nicht verloren, hätte ich das Beten vielleicht nie gelernt. Ich war fünf, sie war 33 Jahre alt.“ In der Folge wandte er sich immer im Abendgebet an seine Mutter – sie wurde sein persönlicher Schutzengel. „Meine Mutter wurde mein Glaube. Überall konnte sie mich sehen, ob ich böse war. Ihre Liebe wurde größer, wenn ich etwas Gutes tat.“ Obwohl Schlöndorff nicht im klassischen Sinne religiös ist und keiner Kirche angehört, führt er sein ganzes Leben einen inneren Dialog mit seiner Mutter. Auch flossen Szenen ihres tragischen Todes später in seinen oscar-preisgekrönten Film „Die Blechtrommel“ ein.

Im Anschluss sprach Regisseur und Fotograf Wim Wenders zu den geladenen Gästen. Auch er hat bereits ein Elternteil verloren, begleitete seinen krebskranken Vater drei Monate lang. Ein Wendepunkt in seinem Leben sei gewesen, wie der Sterbende sein Schicksal ohne Furcht angenommen habe. „Er hat mir vorgelebt, mit welchem Gottvertrauen er in den Tod gegangen ist. Dafür bin ich ihm für immer dankbar.“ Auch in seinem filmischen Schaffen spielt der Glauben eine Rolle – so kommen in seinem Klassiker „Der Himmel über Berlin“ auch Schutzengel vor.  

Pressestelle Oberlinhaus